Kirchenführung für Kinder

Pfr. Bernhard Lütkemöller hat eine Kirchenführung erstellt, die auf einfache Weise die Gestaltung der Kirche erklärt.

 

Weihwasserbecken

In der Nähe jeder Kirchentür findet ihr ein Weihwasserbecken. Wenn wir in die Kirche kommen, tauchen wir die Finger in das Wasser und machen ein Kreuzzeichen:

„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

So erinnern wir uns daran, dass wir durch die Taufe zu Gotteskindern geworden sind.


Beichtstuhl

Beichtstuhl - Foto: Pfr. Lütkemöller

Links und rechts an der hinteren Außenwand stehen in der Vituskirche zwei Beichtstühle. In diesem kleinen Häuschen stehen zwei Stühle, einer für den Priester und einer für den, der mit dem Priester über das sprechen möchte, was ihn belastet, was er Falsches getan hat.

 

Meistens ist am Samstag von 17:00 Uhr bis 17:30 Uhr ein  Priester dort anwesend, mit dem du sprechen kannst.


Was jemand in der Beichte sagt, darf der Priester niemanden weitersagen, das ist das Beichtgeheimnis. Im Auftrag Jesu vergibt der Priester dann die Sünden.

 

Wenn jemand unerkannt mit dem Priester sprechen möchte, kann er das in der anderen Hälfte des Beichtstuhls tun. Dort kann man nur knien.


Taufstein

Der Taufsstein - Foto: Pfr. Lütkemöller

In der Mitte der Kirche steht seit 2016 der alte Taufstein mit dem Taufbecken darin. Der Taufstein ist schon ungefähr 700 Jahre alt.

 

Viele Menschen sind dort getauft worden. Vielleicht auch Du? Bei der Taufe gießt der Priester oder Diakon dem Täufling Wasser über den Kopf und spricht: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ So wird deutlich, dass ihr zu Christus gehört und in die Gemeinschaft der Glaubenden aufgenommen seid.

 

An der Osterkerze wird die Taufkerze angezündet, damit wir wissen, das Jesus Christus durch sein Sterben und seine Auferstehung den Tod besiegt und unser Leben hell gemacht hat.


Taufbäume

Links vom Taufstein stehen seit 2016 die drei Taufbäume. An ihnen sind 12 Blätter aus grünem Kupfer befestigt. Sie stehen für die
12 Monate eines Jahres.

 

Für alle Kinder, die in einem Jahr getauft werden, kann jeweils ein weiteres Blatt mit dem Namen und dem Taufdatum an den Bäumen befestigt werden. Manchmal fügen die Eltern oder Paten auch noch ein Foto von dem Kind dazu. So wird die ganze Gemeinde daran erinnert, dass Monat für Monat neue Kinder in die Gemeinde aufgenommen werden und alle Menschen eingeladen sind, für die Neugetauften zu beten.

 

Ein weiteres Blatt, das nur aus der Umrandung besteht, erinnert an die Kinder, die geboren wurden, aber bald gestorben sind. Auch sie sollen nicht vergessen werden.


Pieta & Totenbuch

Das Totenbuch - im Hintergrund die Pieta - Foto: Pfr. Lütkemöller

Rechts vom Taufstein stehen seit 2016 die Pieta und die Stele für das Totenbuch.

 

Pieta nennt man die Darstellung der Mutter Gottes mit dem toten Jesus auf dem Schoß. Diese Darstellung ist besonders für Menschen, die traurig sind und die Trost brauchen. Hier sehen sie: Maria ist uns nahe, sie fühlt wie wir. Deshalb beten viele Menschen gerne hier und zünden eine Kerze an.

 

Die Kerze ist ein Zeichen für unser immerwährendes Gebet. Sie brennt auch noch, wenn wir schon gegangen sind.


Zwischen den Glasplatten liegt das Totenbuch unserer Gemeinde. Hier sind alle seit dem Jahr 2000 verstorbenen Gemeindemitglieder eingetragen.


Altar

Der Altar - Foto: Pfr. Lütkemöller

Dieser Tisch steht erhöht auf den Stufen auf der Mittellinie der Kirche. So soll deutlich werden: Das ist ein wichtiger Ort in unserer Kirche.

 

Um diesen Altar aus Stein, der fest mit der Erde verbunden ist, versammelt sich die Gemeinde und feiert unter der Leitung eines Priesters das heilige Mahl Jesu.

 

Die Bronzeplatten an der Vorder- und der Rückseite zeigen Ähren und einen Weinstock und erinnern so an die Gaben, mit denen Jesus und  wir das Abendmahl feiern: Brot und Wein.


Jesus hat gesagt:

  • Nehmt und esst und nehmt und trinkt. Das ist mein Leib und mein Blut.
    Ich gebe mein Leben für euch hin. So bin ich für euch der Retter, der Heiland.

Ambo

Ambo - Foto: Pfr. Lütkemöller

Neben dem Altar steht ein Lesepult aus  Marmor. Dieses Pult nennt man Ambo.

 

Dieses Wort kommt vom griechischen Wort für „hinaufsteigen“. Es ist in vielen Kirchen der erhöhte Ort, von dem aus ein Lektor (lateinisch für Vorleser) Abschnitte aus der Bibel vorliest. Aber auch Diakon und Priester lesen von hier aus das Evangelium. Das heißt „frohe oder gute Nachricht“ und ist meistens eine Geschichte über Jesus.


Bevor die Ansprache (die Predigt) gehalten wird, wird das Evangelienbuch offen auf das kleine Pult vor dem Ambo gelegt. Alle sollen sehen können, dass der vorgelesene Text nicht von denen stammt, die vorgelesen haben, sondern dass es das Wort Gottes ist.


Tabernakel

In der linken Nische, dem vorderen Ende des linken Seitenschiffs, steht ein kleiner Turm mit einem roten Licht daneben. Man nennt die Nische auch „Apsis“ und den Turm „Tabernakel“.


Dieses Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet in etwa „kleines Gasthaus“. Das hört sich zunächst komisch an, ist aber sehr sinnvoll, weil in diesem „Gasthaus“ das übriggebliebene heilige Brot aufbewahrt wird, also der Leib Jesu, des Herrn.

 

Das rote Licht sagt uns: Es ist heiliges Brot im Tabernakel, Jesus ist hier!
Wenn alte oder kranke Menschen nicht mehr zur Messe kommen können, wird ihnen aus dem Tabernakel das heilige Brot nach Hause gebracht, damit Jesus auch bei ihnen ist.


Heiliger Vitus

Vitus wird in siedendes Öl geworfen - Foto: Pfr. Lütkemöller

Der heilige Vitus, der Namenspatron unserer Kirche, ist ein Heiliger aus der Zeit der Christenverfolgung im 3. Jahrhundert, also vor mehr als 1600 Jahren.

 

Er war Sohn heidnischer Eltern, wurde aber von seinen Erziehern und Lehrern christlich erzogen.
Das gefiel den Eltern gar nicht und sie verlangten von ihm, den Glauben aufzugeben. Ihm gelang die Flucht und er wurde an einem Ort, der „Hahnenort“ hieß, von einem Adler mit Brot versorgt. Er erzählte den Menschen von Jesus Christus und wurde deshalb vom Kaiser in einen Kessel mit heißem Öl geworfen. Aber ihm passierte nichts, er konnte entkommen und starb schließlich im Jahre 304 nach Christi Geburt.


Heilige Katharina

In der rechten Nische, dem vorderen Ende des rechten Seitenschiffs, steht links neben dem Steinrelief mit dem heiligen Vitus noch eine Frauenfigur mit einem Schwert und einem Rad. Das ist die zweite Patronin unserer Kirche, die heilige Katharina.

 

Sie war die Tochter eines Königs von Zypern. Als ihr jemand von Christus erzählte, war sie so begeistert, dass sie sich taufen ließ.

Der heidnische Kaiser ließ sie einsperren, aber eine Taube brachte ihr zu essen. Schließlich sollte sie gerädert werden, aber die Räder zerbrachen und sie wurde gerettet. Im Jahre 306 ist sie dann gestorben.


Weil sie die zweite Patronin der Kirche ist, wurde auch das Pfarrheim nach ihr benannt:

Haus Katharina.


Heiliger Joseph

In der kleinen Kapelle an der Nordostecke der Kirche steht eine lebensgroße Figur des heiligen Joseph mit dem Jesuskind.

 

Joseph stammte aus der Familie des Königs David. Deshalb musste er mit seiner Verlobten Maria von Nazaret, wo er wohnte, nach Bethlehem ziehen, wo er geboren war. Denn der Kaiser in Rom hatte befohlen, dass alle Menschen sich in ihren Geburtsorten in Steuerlisten eintragen sollten.

 

Joseph war von Beruf Zimmermann und hat so für den Unterhalt seiner kleinen Familie gesorgt.

 

Als König Herodes befohlen hatte, alle kleinen Kinder in Bethlehem zu ermorden, floh Joseph mit seiner Familie nach Ägypten, um Jesus und Maria zu schützen.


Kreuzweg

Kreuzweg - Foto: Pfr. Lütkemöller

An den Wänden in den Seitenschiffen unserer Kirche hängen 14 Bilder, die alle die gleiche Größe und (fast) den gleichen Rahmen haben.

 

Sie bilden so etwas wie eine Bildergeschichte und weil sie die letzten Stunden im Leben Jesu darstellen, in denen Jesus gekreuzigt wurde, werden sie „Kreuzweg“ genannt.

 

Besonders in der Fastenzeit, der Zeit der Vorbereitung auf Ostern, das Fest der Auferstehung Jesu, gehen Menschen allein oder in Gruppen von Bild zu Bild. Dabei denken sie an die Stationen des Leidensweges Jesu und danken ihm, weil er all das auf sich genommen hat, um die Liebe Gottes bis zum Tod zu verkünden