Pfarrverwalter Michael Eiden

von Nov. 2014 - Febr. 2015

Interview mit Theo Wolters

Der Pfarrverwalter von St. Vitus
über Karneval, Predigten und sein Faible für Rockmusik
Ruhr Nachrichten vom 29.11.14

 

Michael Eiden, bis Mitte Februar Pfarrverwalter in St. Vitus, hat sich am vergangenen Wochenende in den Gottesdiensten der Gemeinde vorgestellt.

Redakteur Theo Wolters sprach mit dem 44-jährigen über seine Aufgabe in Olfen, über den Karneval und über den Abschied in Ramsdorf auf eigenen Wunsch.


Als gebürtiger Dattelner werden Sie Olfen kennen...
Ich kenne Olfen natürlich aus meiner Kindheit. Das war immer ein beliebtes Ziel für Radtouren an der Alten Fahrt entlang. Von meinem Elternhaus sind es sechs Kilometer bis hier. Ich habe immer verfolgt, wie Olfen sich entwickelt. Gelegentlich habe ich im Vorbeifahren die großen Baugebiete gesehen. Ich habe schon gestaunt, wie es zu einer kleinen Stadt wurde.

 

Sie sind in Olfen in einer Zeit tätig, in der der Karneval auch eine große Rolle spielt. Was wissen Sie vom Olfener Karneval?
Den Karneval kenne ich von den Umzügen an Nelkendienstag. Da bin ich oft gewesen und habe fleißig Kamelle gesammelt. Ich bin in den letzten Tagen auch schon oft auf den Karneval, insbesondere den Pfarrkarneval, angesprochen worden. Ich muss gestehen, dass ich keine große Begabung für Büttenreden habe. Ich werde aber überlegen, wie ich mich in den Karneval einbringen kann.

 

Hat sich die KG Kitt schon bei Ihnen gemeldet?
Nein, der Kitt noch nicht. Ich weiß aber, dass der Pastor besucht wird und es am Karnevalssonntag einen Frühschoppen gibt. Auch die Homepage habe ich mir schon angesehen.

 

Haben Sie sich in Olfen schon eingelebt?
Ich bin dabei, aber ich bin ja auch erst ein paar Tage hier. Ich möchte erst einmal die Leute und Arbeitsweisen kennenlernen. Ich hatte die Dienstbesprechung mit den Kollegen, habe das Café lnternational und den Besuchskreis für Senioren besucht. Der Pfarreirat hat getagt und natürlich habe ich mich als Neubürger angemeldet, wie es sich gehört.

 

Sie sind nun als Pfarrverwalter für einige Monate in Olfen. Was kann man denn als Pfarrverwalter bewegen ?
Ich bin hier als Pfarrverwalter in eine Stelle gekommen, wo ganz normal ein Pfarrerwechsel stattgefunden hat. Vieles, was im Prozess war, ist abgeschlossen. Bestimmte Sachen sollte man erst mit dem neuen Pfarrer weiterführen. Zum Beispiel habe ich der Steuerungsgruppe, die sich über den lokalen Pastoralplan Gedanken macht, gesagt, auch wenn einige Ziele bis zum Jahresende angepeilt waren, würde es sich lohnen, jetzt noch ein paar Monate zu warten. Es ist sinnvoll, die Arbeit mit dem neuen Pfarrer fortzuführen. Ich werde an den pastoralen Dingen nicht viel verändern. Ich werde aber die Gelegenheit nutzen, auf Dinge hinzuweisen. Das habe ich den Gremien auch angeboten. Ich kann nämlich etwas, was Pastor de Baey nicht konnte, beziehungsweise jetzt erst wieder kann, von außen in eine Pfarrei zu kommen und Dinge wahrzunehmen, die jemand, der mittendrin sitzt, gar nicht mehr merkt. Da kann man Anregungen geben. So habe ich es zuletzt auch in Rheine getan.

 

Wie bereiten Sie sich auf eine Predigt vor?
Wenn ich weiß, dass ich am nächsten Sonntag predige, schaue ich mir Anfang der Woche das Evangelium an und dann immer mal wieder und gehe damit ‚schwanger'. Im Laufe der Woche wächst dann eine Predigt. Ich überlege mir die Kernsätze und den Ablauf. Ich bin jemand, der frei predigt, ohne schriftliche Vorlage. So ist es leichter, die Hörer anzusprechen. Man ist nicht nervös, weil man immer schauen muss, an welcher Stelle im Konzept man denn nun ist.

 

Sie waren bis Februar Pfarrer in Ramsdorf. Dann haben Sie den Bischof gebeten, Sie von dieser Aufgabe zu entpflichten. Warum haben Sie das getan?
Ich hatte eine Beziehung mit einer Frau und brauchte Zeit, zu überlegen, wie es mit mir weitergeht und ob ich weiter Priester bleiben kann. Dies habe ich der Gemeinde auch so gesagt. In den vielen Reaktionen darauf haben mir die Menschen für meine Ehrlichkeit und auch den Mut zu dieser Erklärung gedankt, aber auch ihre Trauer darüber ausgedrückt, dass ich Ramsdorf verlasse. Insbesondere meine Mitbrüder haben mir für meine Transparenz gedankt, die ja heute bei öffentlichen Persönlichkeiten nicht selbstverständlich ist.

 

Wie haben Sie die anschließenden Monate verbracht?
Ich bin rund drei Monate in einem Kloster gewesen und habe mich mit geistlicher Begleitung meinen Fragen gestellt. Ende Mai habe ich dann meinen Dienst wieder aufgenommen: als Pfarrverwalter in St. Johannes der Täufer in den Rheiner Ortsteilen Mesum, Elte und Hauenhorst, wo der Pfarrer plötzlich verstorben war.

 

Haben Sie noch Kontakt zu Menschen aus Ihrer früheren Gemeinde in Ramsdorf?
Ja ich habe noch private Kontakte, die ich regelmäßig besuche. Ich habe dort einen Stammtisch und werde auch sonst eingeladen.

 


Jetzt noch ein paar private Fragen.
Welche Musik hören Sie?
Ich höre gerne Klaviermusik und Rock wie U2 und AC DC.
Was ist Ihr Lieblingsessen?
Möhren durcheinander. Am besten macht es meine Mutter. Wenn ich zu Hause bin, dann kocht sie es auch manchmal.
Was lesen Sie?
Zurzeit einen isländischen Krimi. Krimis und Thriller lese ich ganz gerne. Das nächste Buch wird ,,Winter der Welt" von Ken Follett.
Wo machen Sie gern Urlaub?
Da bin ich nicht festgelegt, lieber nicht so weit weg. Ich bleibe gern in Deutschland.
Sind Sie Fußballfan?
Ja, ich bin Anhänger von Bayern München. Ich habe aber kaum Zeit, ins Stadion zu fahren, Es ist ja auch nicht mehr so leicht, spontan eine Eintrittskarte zu bekommen.