Wallfahrt nach Haltern

Jährlich am Samstag nach Kreuz Erhöhung (14. September)

Wallfahrtsgottesdienst in St. Sixtus am 21.09.19 - Foto: HPD
Wallfahrtsgottesdienst in St. Sixtus am 21.09.19 - Foto: HPD

Sa, 21.09.19 - Wallfahrt nach Haltern 

Auch in diesem Jahr findet die schon seit vielen Jahren durchgeführte Wallfahrt der Pfarrei St. Vitus nach Haltern statt. Alle sind herzlich dazu eingeladen, sich auf unterschiedliche Art und Weise auf den Weg zum Heiligen Kreuz in der Halterner Kirche St. Sixtus zu machen. Das übergeordnete Leitwort der Wallfahrt lautet in diesem Jahr „Kreuz und quer“ und nimmt somit sowohl die Thematik des Kreuzes als auch die des Pilgerns durch die Natur auf. An den einzelnen Stationen steht jeweils ein bestimmter Aspekt des Kreuzes im weiteren Sinne des Wortes im Mittelpunkt:  „Kreuzungen“ – „Was durchkreuzt meine Pläne?“ und „Jeder trage des anderen Kreuz“.

Alle Pilgergruppen, ob zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Bus, kommen mit Texten, Impulsen und Liedern zu diesen Themenbereichen auf ihrem Weg nach Haltern in Berührung.

 

Den Höhepunkt der Wallfahrt stellt die Hl. Messe mit der Kreuzverehrung in St. Sixtus dar, die um 16.15 Uhr stattfindet. Somit können z.B. die Radfahrer noch bei Tageslicht wieder ihre Rückfahrt antreten. Zuvor sind aber alle nach der Feier der Hl. Messe ganz herzlich zu einem leckeren Imbiss ins Josefshaus eingeladen.

 

Die einzelnen Pilgergruppen treffen sich zu folgenden Zeiten:

10:45 Uhr: Start der Fußpilger ab St. Vitus

13:30 Uhr: Start der Radpilger ab St. Vitus

14:30 Uhr: Start der Buspilger in Vinnum

15:00 Uhr: Start der Buspilger in Olfen (nach dem Auftaktimpuls um 14.45 in St. Vitus)

16:15 Uhr: Pilgermesse in St. Sixtus, anschl. gemeinsamer Imbiss 

Die Rückfahrt mit dem Bus ist zwischen 18.45 Uhr und 19.00 Uhr vorgesehen.

 

Auch Interessierte, die bisher noch nicht an der Wallfahrt teilgenommen haben, sind ganz herzlich eingeladen, sich mit auf den Weg zu machen und mit guten Gesprächen und Begegnungen das Pilgern innerhalb eines kleineren Radius für sich zu entdecken!

 

04.09.19

 

Nach dem Pilgergottesdienst wird ein Imbiss im Pfarrheim Josefshaus angeboten - Foto: HPD
Nach dem Pilgergottesdienst wird ein Imbiss im Pfarrheim Josefshaus angeboten - Foto: HPD

+ Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 3, 13 – 17)

 

Das Ziel der Sendung Jesu 

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodémus:

Niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist: der Menschensohn.

Und wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der (an ihn) glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.

Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.


Predigt von Diakon Stephan Börger

Wallfahrt nach Haltern – Hl. Kreuz 2019 – C – 21.09.2019,

Joh 3, 13 – 17

 

Liebe Schwestern und Brüder im gemeinsamen Glauben, 

vielleicht sind Sie auch schon einmal in einem dieser Läden gewesen, in denen Sie alle möglichen religiösen Gegenstände, Figuren, Heiligenbilder und auch Kreuze kaufen können? Und vielleicht haben Sie auch schon mal vor zwei, drei oder auch mehreren unterschiedlichen Kreuzdarstellungen gestanden, um für Jemanden ein Kreuz zu kaufen?

Haben Sie sich beim Kauf dann auch für das „schönste Kreuz“ entschieden?

Mir persönlich ist es vor einiger Zeit genau so ergangen. Genauer gesagt, in einem kleinen Lädchen in einer Abtei.

Zur Auswahl hatte ich drei Kreuze und konnte mich nicht so recht entscheiden.

Und als ich dann den freundlichen Bruder, der sich im Laden um alles kümmert, fragte: „Welches Kreuz finden Sie denn schöner?“ bekam ich zur Antwort:

„Ein Kreuz kann doch nicht schön sein!“

Nun, mit dieser Antwort hatte ich nicht gerechnet. Das saß erst einmal. Gekauft habe ich dann das Kreuz, das ich am „schönsten“ fand, doch die kurze Antwort des Bruders hat mich noch lange weiter beschäftigt.

„Ein Kreuz kann doch nicht schön sein!“

 

Liebe Mitchristen,

wir sind heute hier nach Haltern zum Heiligen Kreuz gepilgert. „Kreuz und quer“ – unter diesem Thema steht unsere diesjährige Wallfahrt – und auf dem Weg hierher haben wir uns mit dem Thema „Kreuz“ beschäftigt.

Wir haben von „Kreuzungen“ gehört – von Wegen, die vor uns liegen, von unterschiedlichen Richtungen und der Notwendigkeit, sich für eine dieser Richtungen – für einen Weg zu entscheiden.

Es ging dabei um „richtige“ und „falsche“ Wege, um Kreuzungen, die Herausforderungen und Chancen für unser Leben bedeuten können.

Thema war auch die Fragestellung: „Was durchkreuzt meine Lebenspläne – macht mir sozusagen einen „Strich durch die Rechnung“?

Konflikte, Trennungen, Arbeitslosigkeit, Krankheiten oder der Tod eines lieben Menschen:  alle diese Geschehnisse unterbrechen meinen geplanten, geradlinig gedachten Lebensweg. All dies zwingt mich, mein Leben zu verändern, neu zu gestalten; all dies kann eine Chance für einen Neubeginn sein, kann aber auch Stillstand bedeuten, dann wenn ich keinen Weg mehr sehe.

Und wir haben uns noch mit dem Ausspruch, der zugleich auch Anspruch an uns ist: „Jeder trage des anderen Kreuz“ beschäftigt.

Dabei geht es um die christliche Nächstenliebe, um die gegenseitige Hilfe, wobei man mal persönlich selbst Hilfe braucht und mal selbst der Helfende sein kann.

„Ein Kreuz kann doch nicht schön sein!“, da ist wieder dieser Satz – und die gerade nochmals genannten Impulsthemen unserer Wallfahrt sprechen auch nicht unbedingt von schönen und angenehmen Ereignissen in unserem Leben. Warum also sind wir eigentlich zum Heiligen Kreuz gepilgert?

Wenn wir uns die Bedeutung des Kreuzes einmal vor Augen führen, dann steht es doch eigentlich für Leid, Schmerzen, Not und Tod. Es steht für Scheitern und Untergang. Das Kreuz ist wohl eines der schrecklichsten Mordinstrumente, die sich die Menschen ausgedacht haben. Das Kreuz ist somit Inbegriff allen Leides, das einem Mensch passieren kann.

 

„Ein Kreuz kann doch nicht schön sein!“ – ja, da hat wohl der Bruder aus der Abtei vollkommen Recht gehabt.

Warum also pilgern wir nach hierhin zum Heiligen Kreuz? Warum hängen Kreuze in unseren Wohnungen oder an Ketten um unseren Hals? Was gibt uns das Kreuz?

 

Schauen wir doch noch einmal in den Text des heutigen Evangeliums. Dort heißt es:

„Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ Joh 3, 16

Gottes Wege sind so ganz anders; sind mit menschlichem Verstand nicht zu begreifen. Für diese anderen Wege Gottes steht auch das Heilige Kreuz hier in St. Sixtus in Haltern.

Die Legende erzählt, dass es einst unterhalb der Kirche in der Lippe, gegen den Strom schwimmend, aufgefunden wurde. Es ist sozusagen „zu den Menschen hin geschwommen“.

Gegen allen Verstand – somit gegen den Strom – überlässt Gott Jesus aber nicht dem Tod, sondern erweckt ihn am dritten Tage zu neuem, ewigem Leben.

Trotz dieses schrecklichen Kreuzestodes Jesu hat Gott aber dennoch auch alle Menschen mit hineingenommen in die Auferweckung Jesu, mit hineingenommen in die göttliche Erlösung, in seine göttliche Liebe.

Denn Gott will, dass kein Mensch verloren geht, keiner im Tod zurückbleiben muss, sondern das ewige Leben erlangt.

Jesu Leben war die Botschaft von der unendlich großen Liebe Gottes zu uns Menschen.

 

Im Evangelium heißt es:

„Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.“ Joh 3, 17

Das Kreuz wird zum Zeichen der Rettung für uns, weil Jesus in seinem Kreuz alle Leiden der Menschen auf sich genommen hat und selbst in den Tod gegangen ist. Jesus – Gott kennt somit alles Leid der Welt, weil er es selbst durchlitten hat.

Folglich sagt uns das Kreuz:

Gott ist bei dir – in allem Leid, um es mit dir gemeinsam zu tragen.

Gott ist bei dir – auch in den dunkelsten Stunden deines Lebens.  

Gott ist da – um das Leid hinweg zunehmen, es zu ändern.

Und selbst im Tod ist Gott mit dir, um dich zu begleiten, dich abzuholen und dir das ewige Leben zu schenken.

Wenn wir also vor dem Kreuz Christi stehen, dann können wir die unendlich große Liebe Gottes zu uns Menschen erkennen.

Es steht dafür, dass Jesus unseren Lebensweg mit uns gemeinsam geht. All unsere Kreuzeslasten werden leichter, wenn wir begreifen: wir sind niemals allein.

So verehren wir das Kreuz, weil wir dadurch die Liebesbotschaft Jesu begreifen und erkennen können.

Wir sind nicht allein: das ist die tragende Botschaft von uns Christen, die uns das Kreuz erschließt.

Wir sind nicht allein: das befähigt uns, das Kreuz des anderen mitzutragen, weil uns Christus mitträgt.

Er hat uns versprochen immer bei uns zu sein und hat uns seinen Heiligen Geist geschenkt. In diesem Heiligen Geist der jedem von uns innewohnt, in diesem Heiligen Geist ist Christus unser Wegbegleiter.  

Das Kreuz steht für die Liebe Gottes zu uns Menschen.

So können wir das Kreuz verehren und vertrauend beten:

 

Herr, unser Gott,

trotz des Kreuzes Christi hast du uns erlöst. Deine Solidarität mit uns Menschen führte durch Leiden und Sterben hinein in die Auferstehung.

Du hast Jesus nicht im Tod gelassen, sondern ihm und damit uns allen neues Leben geschenkt. So ist das Kreuz zum Zeichen unseres Heils geworden.

Guter Gott wir danken dir, dass Jesus unser Bruder geworden ist, dass er uns sein Leben der Liebe vorgelebt hat und uns allzeit begleitet auf unserem Weg durchs Leben.

Dafür preisen  wir dich, dafür danken wir dir, Heute, alle Tage, in Ewigkeit.  

 

Amen.