Martin Reuter - Pastoralreferent

2017 - Mitarbeitervertretung

Martin Reuter ist erneut in die Mitarbeitervertretung der Pastoralreferenten im Bistum Münster für die Wahlperiode 2017-2021 gewählt worden.

 

Die Gemeinde gratuliert Martin Reuter und wünscht ihm für die Arbeit in der Mitarbeitervertretung viel Freude, Erfolg und alles Gute.


Predigt am Sonntag, 9. Februar 2020 (5. Sonntag im Jahreskreis A)

 

Liebe Schwestern und Brüder,

eine erschreckende Woche ist zu Ende gegangen, eine neue beginnt.

Aus meiner Sicht erschreckend durch Ereignisse der deutschen Politik, die sich auch in unserer Stadt zeigen.

Am Mittwoch stand nach mehrmonatigen Verhandlungen, Gesprächen und Sondierungen die Wahl des neuen Ministerpräsidenten in Thüringen an. Sie werden es in den Nachrichten und Zeitungen verfolgt haben. Demokratisch wurde ein neuer Ministerpräsidenten im Freistaat gewählt. Mit einer Stimme mehr als sein Gegenkandidat, der bisherige Ministerpräsident.

 

Nun ist erstmal nichts dagegen zu sagen, der mit den meisten Stimmen gewinnt nun mal. Im dritten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit

In ihrer nun 70jährigen Geschichte ist aber nun in der Bundesrepublik Deutschland erstmals ein Ministerpräsident gewählt, der zum einen von einer Partei stammt, die nur gerade eben den Einzug ins Parlament geschafft hat, und der mit Stimmen einer rechten Partei gewählt wurde, die menschenverachtend, fremdenfeindlich und geschichtsverharmlosend auftritt. Diese Partei, die nun scheinbar als normale Mehrheitsbringerpartei gesehen wurde und wird. Diese Partei, die vertreten durch ihren Fraktionsvorsitzenden dem neugewählten Ministerpräsidenten in einer Pose gratuliert, die nicht nur mich stark an die Pose Adolf Hitlers zu Reichspräsident Hindenburg am „Tag von Potsdam“ im März 1933 erinnern ließ.

 

Das hat mich erschrocken, das erschreckt mich noch immer. Man kann zur Linken stehen, wie man will, aber ich kann nicht verstehen, dass man nur um das eine zu verhindern, das zulässt, was offen gegen Menschen ist.

 

Aber mittlerweile ist ja auch dieser Ministerpräsident schon fast Geschichte, nicht mal 24 Stunden nach seiner Wahl hat er am Donnerstag seinen Rücktritt angekündigt, und am Samstag endlich ausgeführt.

Lust auf Politik, Lust auf Wählen gehen macht das sicherlich nicht so vielen Leuten. Aber gerade nun ist es wichtig, damit eben nicht menschenverachtende, fremdenfeindliche und geschichtsverharmlosende Parteien Mehrheiten bekommen.

 

Freitagabend fand der Neujahrsempfang dieser Partei in Münster statt. 4000, nach Angaben der Veranstalter 8000 Menschen haben auf dem Prinzipalmarkt vor dem Rathaus des Friedens für Freiheit und Frieden demonstriert. Beim Gebet vor der Demonstration hat Münsters Stadtdechant Jörg Hagemann seine Worte vom vergangenen Jahr, als ebenfalls ein Gebet die Demo gegen den Neujahrsempfang gestartet hat, wiederholt: „Wir beten hier wieder einmal um Frieden, weil wir nicht still sein können, wenn der Hass wieder alltäglich wird.“ (https://www.stadtdekanat-muenster.de/fileadmin/user_upload/kreisdekanate/muenster/Downloads/2020/2020-02-07_Predigt_Stadtdechant_Hagemann.pdf)

 

Nun zu unserer Stadt. Eine Gastwirtschaft bei uns wird anonym angefeindet, weil sie einem Stammtisch dieser Partei Raum geben will. Auch hier bei uns gibt es diese Partei, auch hier bei uns gibt es Sympathisanten und Wähler dieser Partei. Bei der Bundestagswahl 2017 kam die Partei auf erschreckende 9,6 % der Stimmen (Anmerkung: 787 Wähler bei 8201 gültig abgegebenen Stimmen).

Dieser Partei Raum zu geben, kann ich nicht gut heißen, allerdings anonym und drohend den Gastwirten gegenüber zu treten, kann ich auch nicht gut heißen. Denn wenn Menschen bedroht werden, Existenzen so aufs Spiel gesetzt werden, kann ein Miteinander in einer Stadt, in einer Gesellschaft nicht funktionieren.

 

 Liebe Schwestern und Brüder,

im Evangelium konnten wir hören, was Jesus von uns als Kirche fordert: Dass wir uns mit unseren Fähigkeiten, unseren Möglichkeiten nicht verstecken, sondern zeigen und einbringen sollen, denn unser Licht soll leuchten vor den Menschen. Aber unser Licht leuchtet nicht immer, unsere Frohe Botschaft ist oft verdunkelt, wofür es sicher Gründe gibt: Sexueller Missbrauch, Finanzskandal, Machtmissbrauch……

 

Jesus möchte aber trotz aller Skandale von uns, dass wir unser Licht – sein Licht – in Wort und Tat nicht unter den Scheffel, nicht unter ein Gefäß stellen, sondern zeigen sollen.

„… damit sie eure guten Taten sehen“ (Mt 5,16): Licht bringen im Handeln.

 

Und  gerade hier, im Einsatz für andere erfährt unsere oft zu Recht kritisierte Kirche die größte Akzeptanz und Anerkennung. Und damit ist die Kirche auch nah dran an der heutigen Lesung aus dem Buch Jesaja. Da fordert der Prophet das Volk Gottes auf, mit den Hungrigen das Brot zu teilen, obdachlose Arme aufzunehmen, Nackte zu bekleiden und jede Form von Unterjochung zu beenden. Hier können wir als Kirche viel Gutes anführen:

in Krankenhäusern und Seniorenheimen, in Tafeln, Suppenküchen und Kleiderkammern, in der Trauer- und Hospizarbeit und im vielfältige Einsatz für die Menschen am Rand der Gesellschaft. Dieses Engagement von Christen wird anerkannt und gewürdigt. Und genau das ist es, was wir nun brauchen, wenn der Hass unter den Menschen wieder alltäglich wird.

 

All der Einsatz der Kirche ist aber immer auch eine Aufforderung, unsere eigenen Möglichkeiten auszuloten:

Was kann ich persönlich tun? Wo kann ich gegen Unrecht etwas tun? Wo kann ich Bedürftigen helfen? Wo kann ich mich meine Stimme erheben, wenn Menschen angegriffen werden? Wo kann ich mich gegen Hass in der Gesellschaft einsetzen?

 

Mit Blick auf die Entwicklungen in unserer Gesellschaft, in unserer Politik und Kirche möchte ich mit einem Gebet enden. Es ist ein Gebet für Europa von Carlo Maria Martini, dem langjährigen Kardinal und Erzbischof von Mailand und Vorsitzender der europäischen Bischofskonferenz, gestorben 2012.

 

Am kommenden Freitag feiern wir den Gedenktag der Heiligen Cyrill und Methodius, die seit 1980 als Patrone Europas gelten.

Beten wir für Europa, aber auch für unser Land als Teil der europäischen Gemeinschaft, beten wir, dass das Erschrecken in dieser Woche nur ein einmaliges Erschrecken war und viele Politiker und Bürger in unserem Land wachgerüttelt hat.

Beten wir um Frieden, weil nicht still sein können, wenn der Hass wieder alltäglich wird:

 

Vater der Menschheit,
Herr der Geschichte!

Sieh auf diesen Kontinent,
dem du die Philosophen, die Gesetzgeber und die Weisen gesandt hast,
Vorläufer des Glaubens an deinen Sohn,
der gestorben und wieder auferstanden ist.

Sieh auf diese Völker, denen das Evangelium verkündet wurde,
durch Petrus und durch Paulus,
durch die Propheten,
durch die Mönche und die Heiligen.
Sieh auf diese Regionen,
getränkt mit dem Blut der Märtyrer,
berührt durch die Stimme der Reformatoren.
Sieh auf diese Völker, durch vielerlei Bande miteinander verbunden,
und getrennt durch den Hass und den Krieg.

Gib, dass wir uns einsetzen
für ein Europa des Geistes,
das nicht nur auf wirtschaftlichen Verträgen gegründet ist,
sondern auch auf menschlichen und ewigen Werten:
Ein Europa, fähig zur Versöhnung,
zwischen Völkern und Kirchen,
bereit um den Fremden aufzunehmen,
respektvoll gegenüber jedweder Würde.

Gib, dass wir voll Vertrauen unsere Aufgabe annehmen,
jenes Bündnis zwischen den Völkern zu unterstützen und zu fördern,
durch das allen Kontinenten zuteil werden soll
die Gerechtigkeit und das Brot,
die Freiheit und der Friede.

AMEN

(Gebet von Carlo Maria Kardinal Martini (1927–2012)

 


Martin Reuter als Schulselsorger

2016 - Martin Reuter ist Schulseelsorger

Eigentlich wollte er nie wieder nach seiner Ausbildung zum Pastoralreferenten an einer Schule unterrichten. Doch dann kam es für Martin Reuter anders. „Und es ist gut so, wie es ist“, revidiert er sein damaliges Unbehagen.

 

Seit sechs Jahren arbeitet der 37-Jährige an der städtischen Wolfhelm-Gesamtschule in Olfen als Schulseelsorger.

Seine Aufgaben sind vielfältig. Drei Klassen unterrichtet er in Religion, er bietet einmal in der Woche während der Mittagspause eine Meditation im „Raum der Stille“ an, er ist für die Schüler in zahlreichen Situationen ansprechbar, bereitet Gottesdienste beispielsweise zum Start in den fünften Klassen oder zum Abschluss der Zehntklässler und Abiturienten vor. Und noch vieles mehr.


2010 - Pastoralreferent in St. Vitus Olfen

Mein Name ist Martin Reuter, ich bin 1978 geboren und in Selm in einer sechsköpfigen Familie aufgewachsen. Durch meine Herkunft ist mir Olfen natürlich schon seit meiner Kindheit bekannt.

 

Während meiner Schulzeit, die 1998 mit dem Abitur am Gymnasium in Selm endete, war ich immer in meiner Heimatgemeinde St. Ludger engagiert. Aus diesem Engagement heraus entwickelte sich der Entschluss, den Beruf des Pastoralreferenten anzusteuern, wozu ich den Weg über das Studium der Religionspädagogik an der Katholischen Fachhochschule in Paderborn gewählt habe.

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