Das Leohaus


Das Leohaus
Eine Chronik aus fast 90 Jahren bewegter Geschichte
Ruhr Nachrichten vom 07.05.16

 

1929
Das Leohaus in Olfen wird erbaut. Es ist das Gemeindehaus der katholischen Kirche in der Stadt. In den Folge-Jahrzehnten ist es ein Ort, an dem viele Olfener aktiv sind: als Messdiener oder in der Jugendarbeit, in kirchlichen Gruppierungen oder außerkirchlichen Vereinen und Organisationen. Das Leohaus wird zum Vereinshaus in der Steverstadt - unterhalten von der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus.


Die Nachricht aus der katholischen Kirchengemeinde St. Vitus und dem Bistum Münster ist ein Schock für viele Gemeindemitglieder in Olfen: „Das Leohaus soll aufgegeben werden“, heißt es am30. September in den Ruhr Nachrichten. Für das Jahr2010 sei das angedacht, da die Kirchengemeinde sparen müsse, hieß es damals. Die Unterhaltung des Leohauses sei zu teuer. 1.200 Quadratmeter Fläche, 60.000 Euro Unterhaltungskosten pro Jahr: laut Pfarrer Bernd de Baey nicht zu leisten.
Die Kirche strebe ein alternatives kleineres Gebäude in der Nähe der Kirche an, das für die Aufgaben und Gruppierungen der Kirche genutzt werden solle. Bernd de Baey sagte im Interview mit den Ruhr Nachrichten später: „Natürlich ist das Leohaus ein Haus mit großer Gemeindetradition. Dass der Abschied vielen schwerfällt, liegt auf der Hand. Aber mir haben viele Gemeindemitglieder gesagt, dass ein solches Haus enorme Kosten verursache. Es ist aber weiterhin viel Überzeugungsarbeit zu leisten.“ Der Abschied sei ohne Alternative: „Die vom Kirchenvorstand jetzt ergriffenen Sparmaßnahmen sind notwendig, damit wir einem Haushaltssicherungskonzept durch das Bistum entgehen“, so de Baey. Dies liege an wegbrechenden Kirchensteuereinnahmen.
Wie soll diese Riesenlücke geschlossen werden? Das fragten sich viele Olfener.


Am 18. März gibt es eine Gemeindeversammlung: Kirchenvorstandsmitglied Stefan Lau erklärt, dass es noch keinen Beschluss gebe, was die Gemeinde machen wolle - vermieten oder verkaufen seien die Optionen fürs Leohaus. Der Kirchenvorstand habe sich intensiv mit dem Thema befasst. „Das Bistum hat die Gebäude der Kirchengemeinde bewertet und ist zu dem Ergebnis gekommen: 740 m2 können vom Bistum aufgrund der Zahl der Gemeindemitglieder bezuschusst werden.“ Die Vitus-Gemeinde hätte somit 600 m2 zu viel Raum zurVerfügung. Zurzeit erhalte man noch 21.815 Euro an Schlüsselzuweisungen. „Wir können aber davon ausgehen, dass diese ab dem kommenden Jahr geringer ausfallen“, so Lau. Deswegen sei es für die Gemeinde günstiger, ein neues Pfarrheim auf Basis der Schlüsselzuweisungen zu bauen. „Noch können wir selbst über unseren Haushaltbestimmen“, so Lau. Wenn man aber die finanzielle Situation nicht eigenständig verbessern könne, drohe ein Haushaltssicherungskonzept. „Dann entscheiden andere.“ Pastor Bernd de Baey sagte damals: „Es ist für die Gemeinde wichtig, wie wir die Punkte diskutieren. Es darf nicht zu einer Spaltung innerhalb der Gemeinde kommen.


In Bürgermeister Josef Himmelmann reift die Idee, aus dem Leohaus „Unser Leohaus“ zu machen und in diesem Zuge Fördertöpfe anzuzapfen. Die Regionale 2016 und ein Programm namens „Initiative ergreifen“ kommen ins Spiel. 
Noch im selben Jahr wird das Büro „startklar“ mit einbezogen. Es gibt Gespräche zwischen der Stadt und den Olfenern.


Herbst: Olfen bringt das Leohaus für die Regionale 2016 ins Spiel. Das Projekt wird erstmalig in den Lenkungsausschuss der Regionale 2016 eingebracht. Danach gibt es mehrere Arbeitstreffen zwischen Stadtverwaltung, Büro „starklar“ und Regionale-Agentur.


7. April: Die Regionale vergibt den C-Stempel an das Projekt „Unser Leohaus“.
Sommer: Stadt und Pfarrgemeinde räumen letzte Zweifel aus. Die Pfarrgemeinde St. Vitus kann „Haus Katharina“ bauen, damit kann die Stadt im Leohaus planen.
8. November: Die Regionale stuft das Leohaus hoch zu einem Projekt mit dem B-Stempel.


Es gibt einen Architekten-Wettbewerb, der im Januar beginnt und bis Juni andauert. Derweil tagt der Beirat des Programms „Initiative ergreifen“ und gibt positive Rückmeldungen nach Olfen. Eine Projekt-Partnerschaft rückt näher.


2013

Lm Januar wird das Gemeindehaus von St. Vitus, das Haus Ktharina, im Schatten des Kirchturms eröffnet.
Der Stadtrat beschließt „UnserLeohaus“ am 7.März.
Wenige Tage später, am 11. April, verpasst die Regionale dem Projekt den A-Stempel, also den höchstmöglichen Status. Das hilft später bei der Zusage der Fördermittel. 
Da hilft auch, dass am 25. April der Beirat von „Initiative ergreifen“ eine Empfehlung an das Städtebauministerium schickt: förderfähig!
Am 17. Dezember kommt der Zuwendungsbescheid vom Land NRW: Am Ende werden 60 Prozent der Kosten in Höhe von 4 Millionen Euro aus Landesmitteln bezahlt. 2O Prozent kommen aus dem städtischen Haushalt, weitere 20 Prozent aus der Bürgerstiftung.

2014
Jetzt wird umgebaut: Das Leohaus bekommt einen Anbau, wird entkernt und in den alten Mauern neu errichtet. Fast 100 Ehrenamtliche beteiligen sich am Umbau, jedes Wochenende sind Einsätze.

2015
Das Leohaus bekommt Dauermieter. Für das Lokal im Erdgeschoss gehen die Gespräche in die Endphase.

tow