St. Marien Olfen - Vinnum

Kirchenerkundung

Augen, zu sehen ... Ein meditativer Gang durch die Kirche

Die Anlage der Kirche weist hin auf die Mitte - den Altar.
Der Fußboden fällt nach dort hin ab, um mit einer erneuten Erhöhung auf die besondere Stellung des Opfertisches sichtbar zu machen.
Das Dach hat hier seinen höchsten Punkt.


Am 8. September 1968 weihte der damalige Weihbischof Heinrich Baaken, die damalige Rektoratskirche St. Marien in Vinnum während eines festlichen Gottesdienstes ein.

Die alte Kirche, die Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Eigeninitiative der Vinnumer im neuromanischen Stil errichtet worden war, wurde zuvor niedergelegt, um Platz für einen Neubau zu schaffen.

Dieser neue Kirchenbau sollte zum einen mehr Raum für die sich versammelnde Gemeinde bieten. Zum anderen sollte der Bau den Erfordernissen des gerade zu Ende gegangenen 2. Vatikanischen Konzils und seiner Liturgiereform entsprechen.

Die erneuerte Liturgie betont vor allem den Mahlcharakter der heiligen Messe. Die Gemeinde Jesu Christi versammelt sich um seinen Altar. Dieses Anliegen wurde im Bau der neuen Kirche konsequent umgesetzt: Halbkreisförmig sind die Bänke zur Altarinsel hin angeordnet. Dabei sinkt das Fußbodenniveau des Gemeinderaumes allmählich zum Altarraum hin ab, damit möglichst große Sichtbezüge entstehen können.

Die Kirche ist durch große Fensterflächen großzügig belichtet. Durch die in den 60er Jahren modernen bunten Glassteine, die in Beton gefasst sind, fällt gedämpftes Licht in die Kirche hinein und unterstreicht bei aller Klarheit des Baues den Geheimnischarakter dessen, was dort gefeiert wird.

Symbolhaft ist der Kreuzweg mit seinen 14 Stationen in die Fensterwand der Taufkapelle eingelassen und stellt damit einen Bezug zur Taufe dar, die den Täufling in das Geheimnis von Leben, Tod und Auferstehung Jesu hinein nimmt.

In den vergangenen Jahren wurden Kirche und Kirchplatz renoviert und erneuert.

Vor allem die Taufkapelle erfuhr eine Umgestaltung durch die Aufstellung eines Taufsteines aus Sandstein, der von Material und Form her gut mit dem Altarstein korrespondiert.


Altar

Durch die dreigegliederte Bauweise kann der Altar von den Gläubigen im Gottesdienst umstanden werden, denn auch als Christen brauchen wir das Erlebnis der Gemeinschaft. Der Altar, ein mächtiger Stein, erinnert zugleich an den Opferstein des Alten Testamentes und den Mahlcharakter des Neuen Testamentes. Er ist Mittelpunkt einer jeden Eucharistiefeier.


Kreuz

Das in alle Richtungen weisende Kreuz über dem Altar mutet zunächst eigenartig an. Aus jeder Perspektive ist die Kreuzesform zu erkennen. Vielleicht soll mit dieser Darstellung - das allumfassende Kreuzesopfer Christi zum Ausdruck gebracht werden, das allen Menschen auf der Welt gilt, gleich welcher Rasse oder Hautfarbe. Die rote Farbe im Mittelpunkt, die sich strahlenartig ausbreitet, gilt als Symbol der Liebe. Die Bergkristalle lassen die Hoffnung durch das Kreuz leuchten: Erlösung, Auferstehung.


Ambo

“Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“ Jugendliche, die den Ambo betrachteten, meinten, dass die fünf Bergkristalle darauf hinweisen, dass die christliche Botschaft in allen fünf Erdteilen verkündet wird. Im Mittelpunkt des Ambos wieder die rote Farbe; Die Farbe der Liebe im Drehpunkt aller Aussagen und deren Aufforderung und Versuch zur Verwirklichung: Liebe als Zentrum der christlichen Botschaft: Die zwei Halbkreise, die eine Einheit bilden, verkörpern das alte und neue Testament.


Tabernakel

Im Tabernakel wird das Brot des Lebens, Leib Christi, Geheimnis des Glaubens aufbewahrt. Die Innentüren in roter Emaille, davor mit Bergkristallen verzierte Gitter wehren einem voreiligem Zugriff und sollen das Heilige schützen.


Jesusfigur

Auf der linken Seite neben dem Altar befindet sich an der Wand eine Jesusfigur. Sie wurde noch für die ehemalige Marienkapelle erstellt. Der Künstler ist nicht bekannt.


Leuchter

Die zwölf Leuchter an den Seitenwänden weisen auf die zwölf Apostel hin, die nach dem Tod und der Auferstehung Jesu die christliche Botschaft weitergaben und deshalb umgebracht wurden. So ist die rote Farbe nicht nur Sinnbild der Liebe, sondern auch des Blutes, des Feuers. Im Auf und Ab der Geschichte, die auch die Kirche betrifft, bleibt uns das Wort Jesu, das er von der Kirche sagt, die er begründete: „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen.“


Seitenfenster

Viele einzelne Glassteine bilden diese Fenster. Unterschiedlich geformte, dicke unregelmäßige Steine lassen ein Ganzes entstehen. Die grünen und blauen Steine in den Seitenfenstern zu Höhen und Tiefe gestaltet, spiegeln die Farben der Schöpfung wieder: Blau ist das Firmament, grün die reichhaltige Pflanzenwelt. Im Auf und Ab der Linienführung finde ich mich selbst ein Stück wieder. Nichts im Leben läuft starr und geradlinig. Es ist ein Oben, ein Unten- ein steter Wechsel von Hoch und Tief. So wie sich in diesem Glasbild viele Steine aneinanderreihen, um ein Ganzes zu werden, so ist in unserem Leben gleichsam ein jeder Tag wie ein Stein dieses Fensters. Nur Gott weiß, wie viele Tage einem jeden von uns noch geschenkt werden.


Madonna

Im hinteren Teil der Kirche, dort wo der zweite Beichtstuhl vorgesehen war, ist eine hölzerne Madonna aufgestellt.

Paul Ostrop erinnert sich: Pastor Harrier schimpfte während der Predigt in drem Gottesdienstes über die Kinderarmut, als plötzlich die Madonna - direkt neben meiner Schwester Maria - von dem Podest an der Wand fiel.

Die Madonna war zerbrochen. Die heutige Madonna wurde in der Kriegszeit neu erstellt.


Westfenster

Beim Verlassen der Kirche fällt der Blick auf das rot gestaltete Fenster gegenüber des Altares. Fenster sind transparent. Schaffen wir es als Christen, die Botschaft Jesu in unserem Alltag transparent zu machen - im Umgang miteinander ?


Taufkapelle Neugestaltung

Es begann mit der Entfernung der Holzlamellen, die die Taufkapelle vom übrigen Kirchenraum trennten.

Seit Anfang April 2006 steht ein neuer Taufstein in der Taufkapelle St. Marien. Er stammt aus den 30er Jahren und stand zuvor als Weihwasserstein in der Heiligkreuzkirche in Dülmen, die im letzten Jahr renoviert wurde. Da der Stein dort nicht mehr genutzt wurde, kam er auf Vermittlung von Pastoralreferentin Jutta Kasberg und nach Absprache mit dem Bistum nach Vinnum.

Der aus Sandstein gefertigte Taufstein bildet nun eine gute Einheit zum Altar. Das Schriftwort aus dem Epheserbrief: „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, Eph. 4.5“ ist gut sichtbar eingemeißelt. In der Osternacht 2006 wurde dort das neue Taufwasser gesegnet.

Am Sonntag, 21. Januar 2006, wurden zwei Kinder in der St. Marien-Kirche getauft, von denen eines aus Vinnum stammt. Damit wurde die neu gestaltete Taufkapelle und der neue Taufbrunnen der neuen Bestimmung übergeben.

Die Anfertigung eines Osterleuchters und einer Stele für die Heiligen Öle sind wichtige Elemente zum Taufort in der St. Marien-Kirche.

„Seht Gottes Zelt auf Erden,
verborgen ist er da;
in menschlichen Gebärden,
bleibt er den Menschen nah. "


Gedächtnistafel

Auf der linken Seite der Taufkapelle hängt eine hölzerne Gedächtnistafel. Hier sind die gefallenen Soldaten des ersten Weltkrieges aufgeführt. Die Holztafel hing schon in der ersten Marienkapelle. Den eingearbeiteten Text lesen Sie hier.

Den eingearbeiteten Text lesen Sie hier.


Glockenturm

Der Glockenturm steht neben der Kirche.


Ehrenmal

Auf der Straßenseite der Kirche befindet sind das Ehrenmal. Hier sind die gefallenen Soldaten des ersten und zweiten Weltkrieges in Stein geschlagen.


Brunnen

Gleich neben dem Ehrenmal befindet sich ein Brunnen, bestehend aus zwei großen Mahlsteinen.