Chronik der Gemeinde St. Marien in Vinnum

St. Marien-Kirche in Vinnum - Foto: HPD
St. Marien-Kirche in Vinnum

 

Kirchspiel Vinnum hat schon eine eigene Schule und ein Kapellchen am Hofe Freitag. Im Inneren ist ein barockes Ölgemälde des hl. Joseph. (Pfarrarchiv)

Innerhalb der Bauernschaft Vinnum gibt es schon seit frühesten Zeiten so etwas wie ein „Dorf". Diese Tatsache hat dazu beigetragen, dass hier - anders als in den übrigen Bauernschaften Olfens - schon vor Jahrhunderten eine kleine Schule eingerichtet wurde.

 

Vinnum ist kein „Kirchdorf" sondern gehört zum „Kirchspiel" Olfen.

 

1896 ... 1897 größere Kapelle

Marienkapelle in Vinnum

Es wird auf Initiative von Josef Horstmann (*08.08.1848 + 08.04.1912) und dem Vinnumer Lehrer Bergmann eine größere Kapelle gebaut. Sie wird der Gottesmutter geweiht und „Marienkapelle" genannt.

Von nun an finden Christenlehre und Andacht in der Kapelle statt.

 

1902 - Altar ist erstellt / Bitte um Benediction

Ein schöner Altar wird in der Kapelle erstellt.

In einem Brief von Heinrich Ostrop an Pfr. August Dirking heißt es:

 

„Wir haben jetzt in unserer Kapelle einen schönen Altar: also ist die Kapelle
mit dem Notwendigsten ausgestattet. Wir bitten um Ihre Hilfe zur Benediction desselben, daß die Hl. Messe darin gefeiert werden kann..."

 

Heimlichtun

Pfr. Augsut Dirkings Antwort:

 

Ich muß schweren Herzens, aber wohlmeinend folgendes erwidern:
Nach wie vor scheint die heimliche Art des dortigen Vorgehens seltsam.
Das Heimlichtun gegenüber den eigenen Geistlichen ist bezeichnend
für das Ganze. Von vorneherein habe ich gewarnt...

 

Kommission zum Bischof

Die Vinnumer schicken eine Kommission, bestehend aus Heinrich Ostrop, Joseph Horstmann und Franz Schürman, zum Bischof.

 

25.10.1906 - Benediction erteilt

Bischof Hermann erteilt die Vollmacht zur Benediction, verbunden mit Auflagen:

  • eine Heilige Messe darf an allen Sonn- und Feiertagen gelesen werden - jedoch so früh, dass niemand am Besuch des Hochamtes in der Pfarrkirche in Olfen gehindert wird.
  • keine hl. Messe zu den Festtagen
  • der Geistliche darf am Vorabend und Morgen vor der hl. Messe die Beichte hören.
  • bei Unzuträglichkeiten kann der Gottesdienst untersagt werden

Den Gottesdienst übernehmen die Patres aus Datteln-Meckinghoven und werden dafür bezahlt.

 

1906 - Kapellenverein e.V. gegründet

Der Verein verpflichtet sich, für alle Kosten der Kapelle aufzukommen. (Gottesdienste, Gebäude ...)

66 Vinnumer zahlen jährlich insgesamt 800 Mark.

 

1921 - Bitte um Unterstützung

Die Vinnumer bitten den Olfener Kirchenvorstand, ihnen etwa 600 Mark für den Unterhalt der Kapelle zu überlassen.

Pfr. Dirking befürchtet aber eine pastorale Verschlechterung, weil die Vinnumer sich der Pfarrei entfremden und sich lediglich mit ihrer Sonntagsmesse begnügen würden.

 

Pfarrer Franz Roters übernimmt zeitweise den sonntäglichen Gottesdienst, um Kosten für die Patres zu sparen.

In der Kirchenchronik finden sich viele Schriftstücke, die erkennen lassen, dass sich die Vinnumer 'seelsorglich unzureichend' betreut fühlten.

 

1926 - erster Bischofsbesuch

Bischof Johannes Poggenborg ist der erste Bischof, der Vinnum besucht.

Er genehmigt ein Jahr später die Aufbewahrung der Heiligen Eucharistie in der Marienkapelle.

 

1952 - Die Vinnumer erstellen ein Pfarrhaus

Die Vinnumer bauen eine Priesterwohnung. Das ist die Voraussetzung für einen eigenen Seelsorger in Vinnum.

 

1952- erster Priester Alois Woltering

Pastor Alois Woltering ist bis zu seinem Tod der erste Vinnumer Seelsorger.

 

06.02.1887 geboren in Nienborg

1912 zum Priester geweiht

1927 Kaplan in Gemen

1952 ständiger Seelsorger in Vinnum

16.04.1960 gestorben in Vinnum

 

1960 - Pastor in Vinnum - Josef Bovenkerk

Pfr. Niermann versucht, einen dritten Pfarrgeistlichen nach Olfen zu holen und von dort aus den Gottesdienst der Vinnumer Kapelle zu versehen.

 

Aber: Josef Bovenkerk wird Pastor in Vinnum.

1908 geboren in Mussum

1948 zum Priester geweiht

1948 Kaplan in St. Michael, Wachtendonk

1955 Kaplan in St. Laurentius, Westkirchen

1957 Kaplan in St. Quirinus, Millingen

1960 Pastor in St. Marien, Vinnum

1981 gestorben in Vinnum

 

1962 - Rektorat

St. Marien Vinnum wird zum seelsorglich selbständigen Rektorat erhoben.

 

1965 - Kapellenverein löst sich auf

Der Kapellenverein löst sich nach den Vorgaben der Satzung auf.

Seine Grundstücke und die daraufstehenden baulichen Anlagen (Marienkapelle + Priesterwohnung) gehen an die katholische Kirchengemeinde St. Vitus Olfen.

 

1967 ... 1968 - Neubau St. Marien Kirche

Die Marienkapelle wird abgerissen.

An der selben Stelle entsteht die heutige Kirche St. Marien.

Diese wird erbaut auf sechseckigem Grundriss mit 340 Sitzplätzen nach einem Entwurf des Dorstener Architekten Manfred Ludes.

Weihbischof Heinrich Baaken weiht die Kirche St. Marien

 

Am 8. September 1968 weiht Weihbischof Heinrich Baaken die Kirche St. Marien der heiligen Gottesmutter.

 

1971 - Kindergarten St. Marien 

Kindergarten St. Marien ist eingerichtet. Die Räume gehörten früher zur Haupt- und Grundschule.

 

1972 - zwei neue Glocken

St. Marien erhält zwei neue Glocken.

 

1981 - Olfener Priester übernehmen die Seelsorge

Nach dem Tod von Pastor Bovenkerk übernimmt Pfarrer Oskar Müller mit den Priester
aus St. Vitus Olfen die Seelsorge.

Pfarrer Oskar Müller wird Rektoratsverwalter in St. Marien Olfen-Vinnum.

 

1981 - Pastor em. Wilhelm Jansen 

Pfr. em Wilhelm Jansen von St. Ludger, Lüdinghausen, übernimmt am 08.11.81 einen großen Teil der seelsorgerischen Aufgaben. Er zieht mit seiner Schwester ins Pfarrhaus Vinnum.

Nach dem Tod seiner Schwester 1987 lebt er als Emeritus in Lüdinghausen und hilft nach Kräften in der Seelsorge mit.
Am 13.03.06 feiert er dort sein 65. Priesterjubiläum.

 

1984 - Taufkapelle

Die Taufkapelle wird neu gestaltet.

Der Taufbrunnen wird in die Mitte gerückt.

 

1986 - Pfarrheim Pfarrheim St. Marien Vinnum

Das Pfarrheim ist erstellt und wird am 25.05.1986 eingeweiht.

Es dient nicht nur den Vinnumer Gruppen als Tagungs- und Versammlungsraum.

 

1987 - Gemeindemission

vom 02.-17.05.87 mit dem Oblatenmissionar P. Bernhard Schinke, Aachen

unter Pastor Oskar Müller und Kaplan Berthold Heuberg

 

2000 - Pfarrer Bernd de Baey

Pfr. Bernd de Baey wird in St. Vitus Olfen Pfarrer und gleichzeitig Rektoratsverwalter
in St. Marien Olfen-Vinnum.

 

2006 - Neugestaltung der Taufkapelle

Der Künstler Johannes Wittstamm aus Lüdinghausen erstellte ein Konzept für die Neugestaltung der Taufkapelle.

Die Holzlamellen wurden entfernt. Nun führt ein 3-teiliges Geländer in den Raum.

Johannes Wittstamm erwarf den sich öffnender Osterleuchter und eine Steele für die heiligen Öle. Beide wurden von der Fa. Stratmann, Essen, erstellt.

 

Zwischen diesen beiden Säulen steht ein neuer Taufstein. Der neue Taufstein stammt aus den 30er Jahren und stand zuvor als Weihwasserstein an der Heiligkreuzkirche in Dülmen. Diese wurde renoviert und daher wurde der Stein nicht mehr gebraucht. Auf Vermittlung von Jutta Kasberg und nach Rücksprache mit dem Bistum wurde der Stein nach St. Marien gebracht und dient hier als Taufstein.

 

2006 - Rückführung

Bischof Reinhard Lettmann sagt zur Gemeindestruktur:

  • sinkende Gläubigenzahlen
  • weniger Taufen und Trauungen
  • zurückgehende Kirchensteuereinnahmen
  • überzählige Kirchengebäude und
  • wachsender Priestermangel

zwingen unsere Kirche, ihre künftige Struktur zu ändern.

 

Er sieht im Zusammenschluss bisher selbstständiger Gemeinden als den besten Weg, mit

  • einem Seelsorgeteam
  • einem Kirchenvorstand
  • einem Pfarrgemeinderat

eine zukunftssichere Gemeindestruktur.

 

Die beiden Gemeinden St. Vitus Olfen und St. Marien Vinnum erfüllen diese Voraussetzungen:

  • seit 1981 ein Seelsorgeteam
  • seit 2001 ein Seelsorgerat
  • seit vielen Jahren eine Sakramentenvorbereitung

Am 26.11.2006 (Christkönigs-Sonntag) begehen beide Gemeinden die Fusion in einer Andacht in St. Vitus.

Am 6./7. Januar 2007 wählt die 'neue' Gemeinde ihren Kirchenvorstand.

 


Die Rückführung

Gemeinsam Gemeinde sein

Die Gemeindezusammenführung von St Vitus Olfen und St. Marien Vinnum wird nach vielen durchaus fruchtbaren Diskussionen in den verschiedensten Gremien nun bald Wirklichkeit.

 

Arbeit der Steuerungsgruppe

Die Steuergruppe hat als Termin für die Rückführung der Gemeinde St. Marien in die Gemeinde St. Vitus den 26.11.2006 festgelegt. Es ist der Christkönigssonntag, der den Abschluss des Kirchenjahres bildet.

Traditionell findet an diesem Sonntag in Olfen die Eucharistische Anbetung statt. Nach der Schlussandacht wird es eine Begegnung der Mitglieder beider Gemeinden im Leo-Haus geben.

 

Juristische Rückführung

Juristisch erfolgt die Rückführung zum 01.01.2007, zu diesem Termin werden die Haushalte beider Gemeinden zusammengelegt.

 

Auswirkungen auf die Gemeinden

  • Bei der Rückführung bleibt die Kirchengemeinde St. Vitus bestehen.
  • Das Gemeindegebiet und Vermögen der Kirchengemeinde St. Marien geht in St. Vitus auf.
  • Die Mitglieder von St. Marien werden zu Mitgliedern von St. Vitus.
  • Die Vinnumer Kirche behält ihren Namen St. Marien und wird in eine Filialkirche umbenannt, wo auch weiterhin wie gewohnt Gottesdienste stattfinden.
  • Vereine und Verbände sind von der Rückführung nicht betroffen.
  • Nach der Rückführung gibt es nur noch einen Kirchenvorstand, der im November 2006 gewählt wird.
  • Der Seelsorgerat wird in der neuen Pfarrei zum Pfarrgemeinderat.

Zukunftsaussichten

Die neue Pfarrei wird etwa 7.700 Mitglieder haben.

Das Bistum geht auf Dauer von Pfarreigrößen zwischen 12.000 und 17.000 Mitgliedern aus.

Eine Zusammenarbeit mit benachbarten Gemeinden im Hinblick auf weitere Verbindungen wird auf Dauer eine wichtige Aufgabe der neuen Gesamtkirchengemeinde sein.

 

Bei allen „technischen" Fragen zur ihrer Struktur sind Gemeinden in erster Linie Einheiten, in denen alle haupt- und ehrenamtliche Kräfte die Seelsorge gemeinsam angehen müssen.

Auch die Gemeindemitglieder in St. Vitus und St. Marien wollen gemeinsam Gemeinde Jesu Christi sein und praktizieren schon viele Jahre Gemeinsamkeit auf dem Weg der Christusnachfolge. So ist der Schritt zu einer Gesamtkirchengemeinde letztlich eine Bestätigung einer langjährigen guten Zusammenarbeit in den verschiedensten Ausschüssen und Gremien.

 

Den Glauben festigen

In der neuen Pfarrgemeinde St. Vitus wird es zukünftig darum gehen, diesen Weg fortzusetzen. Die Gemeindemitglieder selbst im Glauben festigen, andere an den Glauben heranführen, die gemeinsame Feier des Glaubens gestalten und im Engagement für die Armen und Bedürftigen nicht nachlassen werden Inhalte sein, auf die es in Zukunft immer mehr ankommt.

Wirkliche Gemeinschaft im Glauben zu erfahren ist ein kostbares Geschenk, das die Christen letztlich Christus selbst verdanken, der die Mitte ihres Glaubens ist.

 

Maria Sanning

 


Rückblick und Ausblick

Nach 46 Jahren kehrt die Vinnumer St. Marien-Gemeinde zu ihrer Mutterpfarrei St. Vitus zurück.

 

Pastöre in Vinnum

Pfarrer Woltering und danach Pfarrer Bovenkerk blieben die einzigen Pastöre, die ihren Wohnsitz in Vinnum neben der St. Marien-Kirche im Pfarrhaus hatten.

 

Nach dem Tod von Pfarrer Bovenkerk kam Pfarrer Wilhelm Jansen, der vorher in Lüdinghausen St. Ludger als Pfarrer tätig gewesen war, als Pensionär nach Vinnum.
Pfarrer Oskar Müller wurde zu diesem Zeitpunkt bereits Pfarrverwalter von St. Marien.
Nach dem Tod seiner Schwester, die den Haushalt geführt hatte, zog Pfarrer Wilhelm Jansen wieder nach Lüdinghausen zurück.

Seit 1987 sind die Seelsorger von St. Vitus damit zugleich für die St. Marien-Gemeinde in Vinnum zuständig gewesen.

 

Zusammenarbeit wächst

Bereits vor dem Amtsantritt von Pastor Bernd de Baey im Oktober 2000 hatte Kaplan Jochen Reidegeld die Messdienerleiterrunden beider Gemeinden zusammengeführt. So waren die Jugendlichen die ersten, die beispielhaft vorlebten, dass eine engere Verbindung zwischen beiden Gemeinden durchaus viele gute Seiten für beide Partner hat.

 

Die Pfarrgemeinderäte von St. Vitus und St. Marien beschlossen schließlich, einen gemeinsamen Seelsorgerat zu bilden.

 

Auch die Kirchenvorstände nahmen in der Folgezeit engeren Kontakt miteinander auf, um bestimmte Fragen gemeinsam einer Klärung zuzuführen. Vor allem die schwierige finanzielle Situation des Bistums führte zu intensiveren Gesprächen über eine Rückführung nach Olfen.

 

Haushalt nicht ausgeglichen

Seit 2 Jahren konnte der Haushalt der Kirchengemeinde St. Marien nicht mehr ausgeglichen werden, da die Zuschüsse aus Münster für kleinere Gemeinden erheblich gedrosselt wurden. Konnte das entstehende Defizit in den Vorjahren noch über Rücklagen der Kirchengemeinde aufgefangen werden, so war doch allen klar, dass dieser Weg in Zukunft nicht weiter beschritten werden konnte.

 

Verfügung des Bischofs

Einvernehmlich beschloss man daher in den Gremien die jetzt erfolgende Rückführung und stellte an den Bischof von Münster Dr. Reinhard Lettmann einen entsprechenden Antrag. Der Bischof verfügte daraufhin, dass am Christkönig-Sonntag, 26.11.06 die Pfarrgemeinde
St. Marien zu existieren aufhört und in die Pfarrgemeinde St. Vitus wieder eingegliedert wird.

 

Die Vinnumer St. Marien-Kirche bleibt als Filialkirche erhalten. Das Vinnumer Pfarrheim, die Gottesdienstzeiten und das rege kirchliche Vereinsleben bleiben unberührt von diesem Rechtsakt.

 

neuer Kirchenvorstand

Am 6. und 7. Januar wird in Olfen und Vinnum ein neuer Kirchenvorstand gewählt, dem Olfener und Vinnumer Katholiken angehören werden. Pastor Bernd de Baey ist mit den Kirchenvorständen zuversichtlich, miteinander in eine gute Zukunft gehen zu können. Manches lieb gewordene werden wir aufgeben müssen, weil wir es uns in Zukunft nicht mehr werden leisten können, so Pfarrer Bernd de Baey.

Aller Orten zeigt es sich, dass Bewegung in das kirchliche Leben kommt, die auch mit viel Unruhe verbunden ist. Doch gibt es auch viel Zuversicht mit Blick auf die Chancen und neuen Möglichkeiten, die solche Veränderungen auch immer freisetzen.

 

Schlussandacht mit Weihbischof Josef Voß

Am Christkönigs-Sonntag ist es seit vielen Jahren der Sonntag der eucharistischen Anbetung. Um 15 Uhr treffen sich die Familien mit Kindern, insbesondere auch die Erstkommunionkinder, zu einer Andacht mit Prozession in der St. Vitus-Kirche. Daran schließen sich stille bzw. gestaltete Betstunden an.
Um 18 Uhr beginnt die feierliche Schlussandacht in der Pfarrkirche St. Vitus. Diesem Gottesdienst wird Weihbischof Dr. Josef Voß vorstehen, der auch die Predigt halten wird.

In dieser Schlussandacht wird zugleich die Rückführung von St. Marien begangen.

 

Empfang im Leohaus

Daher findet auch im Anschluss an den Gottesdienst ein Empfang für alle Gemeindemitglieder im Leohaus statt. Nicht nur die Vertreterinnen und Vertreter der kirchlichen Vereine und Verbände sind zu diesem Treffen eingeladen, sondern der Seelsorgerat legt großen Wert darauf, dass dies eine Begegnung aller Gemeindemitglieder aus Olfen und Vinnum sein wird. Kirchenvorstände und Seelsorgerat laden gemeinsam mit Pastor Bernd de Baey und dem Pastoralteam herzlich ein.

 


Erklärungen von Pfarrer Bernd de Baey

11.10.2005

St. Marien Vinnum wurde 1964 ein selbstständiges Pfarrrektorat. Nach über 40 Jahren wird die Gemeinde wieder in die Kirchengemeinde St. Vitus Olfen eingegliedert - die Vinnumer Kirche behält ihren Namen St. Marien.

 

Schritte auf dem Weg zur Fusion

Seit Ende 2004 berät eine Steuergruppe, bestehend aus Mitgliedern beider Kirchen-gemeinden, über die Frage der Zusammenführung.

Am 27.10.05 fand im Pfarrheim in Vinnum eine Versammlung beider Gemeinden statt, bei der die Fusionspläne beraten wurden.

Die Fusion begehen beide Gemeinden in einer Andacht am 26.11.06 (Christkönigs-Sonntag) - zeitnah zu den gemeinsamen Kirchenvorstandswahlen.

 

Bischof Reinhard Lettmann zur Gemeindestruktur

Sinkende Gläubigenzahlen, weniger Taufen und Trauungen, zurückgehende Kirchensteuer-einnahmen, überzählige Kirchengebäude und wachsender Priestermangel zwingen unsere Kirche, ihre künftige Struktur zu ändern. Mitte vergangenen Jahres hat Bischof Reinhard Lettmann den Zusammenschluss bisher selbstständiger Gemeinden als „den besten Weg“ zu einer zukunftssicheren Gemeindestruktur bezeichnet - mit einem Seelsorgeteam, einem Kirchenvorstand und einem Pfarrgemeinderat.

 

Struktur der Gemeinden

Die meisten der von Bischof Reinhard Lettmann genannten Voraussetzungen erfüllen unsere Gemeinden St. Vitus und St. Marien seit langem:

- sie haben ein Seelsorgeteam, das für beide Gemeinden zuständig ist

- sie haben seit 2001 einen Seelsorgerat, der aus Mitgliedern beider Gemeinden besteht

- sie haben seit Jahren eine gemeinsame Sakramentenvorbereitung

 

Straffung der Gremien

Am 5./6. November 2005 Jahres wird ein neuer Seelsorgerat gewählt, der nach der Fusion ein Pfarrgemeinderat ist.

Nach der Zusammenführung gibt es nur noch einen Kirchenvorstand.

Lebendige Aktivitäten und Gruppen unserer Gemeinden bleiben auch in Zukunft weiter bestehen.

Aber es kann sinnvoll sein, vor Ort eigene Ausschüsse zu bilden, um so den Anliegen der Gemeindemitglieder besser gerecht zu werden.

 

Sparmaßnahmen und ihre Folgen

Es ist mit weit reichenden Sparmaßnahmen des Bistums zu rechnen. Sie betreffen unter anderem die Bezuschussung der Versammlungsflächen (Leohaus in Olfen, Pfarrheim in Vinnum) und die Kindergärten.

Die Schlüsselzuweisungen für Seelsorge und Verwaltung werden gekürzt.

Durch die Zusammenführung unserer beiden Gemeinden können die finanziellen Zuwendungen bedarfsorientierter eingesetzt werden.

 

Flyer 'Gemeinsam in die Zukunft'

Die Steuergruppe hat ein Flyer erstellt, in dem die Fusion detailliert beschrieben wird.

Es liegt in den Kirchen, Kindergärten, Büchereien und Kassen aus.

Am 8. September 1968 weihte Weihbischof Heinrich Baaken die Rektoratskirche St. Marien in Vinnum während eines festlichen Gottesdienstes ein.

 

Die alte Kirche, die Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Eigeninitiative der Vinnumer im neuromanischen Stil errichtet worden war, wurde zuvor niedergelegt, um Platz für einen Neubau zu schaffen.

 

Dieser neue Kirchenbau sollte zum einen mehr Raum für die sich versammelnde Gemeinde bieten. Zum anderen sollte der Bau den Erfordernissen des gerade zu Ende gegangenen
2. Vatikanischen Konzils und seiner Liturgiereform entsprechen. Die erneuerte Liturgie betont vor allem den Abendmahlcharakter der heiligen Messe - die Gemeinde Jesu Christi versammelt sich um seinen Altar. Dieses Anliegen wurde im Bau der neuen Kirche konsequent umgesetzt: Halbkreisförmig sind die Bänke zur Altarinsel hin angeordnet.

 

Die Anlage der Kirche weist hin auf die Mitte - den Altar.
Der Fußboden fällt nach dort hin ab, um mit einer erneuten Erhöhung auf die besondere Stellung des Opfertisches sichtbar zu machen. Das Dach hat hier seinen höchsten Punkt.

 

Die Kirche ist durch große Fensterflächen großzügig belichtet. Durch die in den 60er Jahren modernen bunten Glassteine, die in Beton gefasst sind, fällt gedämpftes Licht in die Kirche hinein und unterstreicht bei aller Klarheit des Baues den Geheimnischarakter dessen, was dort gefeiert wird.

 

Altar

Durch die dreigegliederte Bauweise kann der Altar von den Gläubigen im Gottesdienst umstanden werden, denn auch als Christen brauchen wir das Erlebnis der Gemeinschaft.

 

Der Altar, ein mächtiger Stein, erinnert zugleich an den Opferstein des Alten Testamentes und den Mahlcharakter des Neuen Testamentes. Er ist Mittelpunkt einer jeden Eucharistiefeier.

 

Kreuz

Das in alle Richtungen weisende Kreuz über dem Altar mutet zunächst eigenartig an. Aus jeder Perspektive ist die Kreuzesform zu erkennen. Vielleicht soll mit dieser Darstellung - das allumfassende Kreuzesopfer Christi zum Ausdruck gebracht werden, das allen Menschen auf der Welt gilt, gleich welcher Rasse oder Hautfarbe.

Die rote Farbe im Mittelpunkt, die sich strahlenartig ausbreitet, gilt als Symbol der Liebe.

Die Bergkristalle lassen die Hoffnung durch das Kreuz leuchten: Erlösung, Auferstehung.

 

Ambo

“Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.“

Jugendliche, die den Ambo betrachteten, meinten, dass die fünf Bergkristalle darauf hinweisen, dass die christliche Botschaft in allen fünf Erdteilen verkündet wird.

Im Mittelpunkt des Ambos wieder die rote Farbe

  • Die Farbe der Liebe im Drehpunkt aller Aussagen und deren Aufforderung und Versuch zur Verwirklichung
  • Liebe als Zentrum der christlichen Botschaft
  • Die zwei Halbkreise, die eine Einheit bilden, verkörpern das alte und neue Testament.

 

Tabernakel

Im Tabernakel wird das Brot des Lebens, Leib Christi, Geheimnis des Glaubens aufbewahrt. Die Innentüren in roter Emaille, davor mit Bergkristallen verzierte Gitter wehren einem voreiligem Zugriff und sollen das Heilige schützen.

 

Jesusfigur

Auf der linken Seite neben dem Altar befindet sich an der Wand eine Jesusfigur. Sie wurde noch für die ehemalige Marienkapelle erstellt. Der Künstler ist nicht bekannt.

 

Leuchter

Die zwölf Leuchter an den Seitenwänden weisen auf die zwölf Apostel hin, die nach dem Tod und der Auferstehung Jesu die christliche Botschaft weitergaben und deshalb umgebracht wurden. So ist die rote Farbe nicht nur Sinnbild der Liebe, sondern auch des Blutes, des Feuers.

 

Seitenfenster

Viele einzelne Glassteine bilden diese Fenster. Unterschiedlich geformte, dicke unregelmäßige Steine lassen ein Ganzes entstehen. Die grünen und blauen Steine in den Seitenfenstern zu Höhen und Tiefe gestaltet, spiegeln die Farben der Schöpfung wieder:

  • Blau ist das Firmament,
  • grün die reichhaltige Pflanzenwelt.

Im Auf und Ab der Linienführung finde ich mich selbst ein Stück wieder. Nichts im Leben läuft starr und geradlinig. Es ist ein Oben, ein Unten - ein steter Wechsel von Hoch und Tief. So wie sich in diesem Glasbild viele Steine aneinanderreihen, um ein Ganzes zu werden, so ist in unserem Leben gleichsam ein jeder Tag wie ein Stein dieses Fensters. Nur Gott weiß, wie viele Tage einem jeden von uns noch geschenkt werden.

 

Madonna

Im hinteren Teil der Kirche, dort wo der zweite Beichtstuhl vorgesehen war, ist eine hölzerne Madonna aufgestellt.

 

Paul Ostrop erinnert sich: Pastor Harrier schimpfte während der Predigt in dem Gottesdienstes über die Kinderarmut, als plötzlich die Madonna - direkt neben meiner Schwester Maria - von dem Podest an der Wand fiel.

Die Madonna war zerbrochen. Die heutige Madonna wurde in der Kriegszeit neu erstellt.

 

Westfenster

Beim Verlassen der Kirche fällt der Blick auf das rot gestaltete Fenster gegenüber des Altares.

 

Fenster sind transparent. Schaffen wir es als Christen, die Botschaft Jesu in unserem Alltag transparent zu machen - im Umgang miteinander ?

 

Seht Gottes Zelt auf Erden,
verborgen ist er da;
in menschlichen Gebärden,
bleibt er den Menschen nah.

 

Taufkapelle

 

Es begann mit der Entfernung der Holzlamellen, die die Taufkapelle vom übrigen Kirchenraum trennten.

 

 

Seit Anfang April 2006 steht ein neuer Taufstein in der Taufkapelle. Er stammt aus den 30er Jahren und stand zuvor als Weihwasserstein in der Heiligkreuzkirche in Dülmen, die im letzten Jahr renoviert wurde. Da der Stein dort nicht mehr genutzt wurde, kam er auf Vermittlung von Pastoralreferentin Jutta Kasberg und nach Absprache mit dem Bistum nach Vinnum.

 

 

Der aus Sandstein gefertigte Taufstein bildet nun eine gute Einheit zum Altar. Das Schriftwort aus dem Epheserbrief: „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, Eph. 4.5“ ist gut sichtbar eingemeißelt. In der Osternacht 2006 wurde dort das neue Taufwasser gesegnet.

 

 

Am Sonntag, 21.01.2006, wurden zwei Kinder in der St. Marien-Kirche getauft, von denen eines aus Vinnum stammt. Damit wurde die neu gestaltete Taufkapelle und der neue Taufbrunnen der neuen Bestimmung übergeben.

 

 

Die Anfertigung eines Osterleuchters und einer Stele für die Heiligen Öle sind wichtige Elemente zum Taufort in der St. Marien-Kirche.

 

Kreuzweg

Die 14 Stationen des Kreuzweges sind in den Glasfenstern der Taufkapelle dargestellt.

 

Die moderne Darstellung des Kreuzweges in den Fenstern kann für die persönliche Betrachtung und das Gebet gute Impulse geben. Die eigenen Gedanken, die persönliche augenblickliche Lebenssituation, eigene Freuden und Leiden können hierbei gut mit ins Gebet genommen werden.

 

In allen Stationen das Kreuz-Grün als Zeichen der Hoffnung und des Lebens, der rote Mittelpunkt als Symbol der unbegreiflichen Liebe. Strahlenförmig breiten sich die hellen Glasbausteine vom Mittelpunkt aus, so wie das Christentum, das sich auch heute noch ausbreitet.

 

Gedächtnistafel

Auf der linken Seite der Taufkapelle hängt eine hölzerne Gedächtnistafel. Hier sind die gefallenen Soldaten des ersten Weltkrieges aufgeführt. Die Holztafel hing schon in der ersten Marienkapelle.

 

Glockenturm

Der Glockenturm steht neben der Kirche.

 

Ehrenmal

Auf der Straßenseite der Kirche befindet sind das Ehrenmal. Hier sind die gefallenen Soldaten des ersten und zweiten Weltkrieges in Stein geschlagen.

 

 

 

Brunnen

Gleich neben dem Ehrenmal befindet sich ein Brunnen, bestehend aus zwei großen Mahlsteinen.

 


Fotoreihe

Fotos: HPD

Kreuzweg